wildezeiten

Über die neue Umverteilung

Archiv für das Schlagwort “Griechenland”

So schnell geht’s: „Germany At Credit Risk“


Erst sind die irischen, griechischen und spanischen Banken pleite gegangen, dann ihre jeweiligen Heimatländer beim verzweifelten Versuch, die Gehälter ihrer Manager zu erhalten   die Banken zum Wohle Aller zu erhalten. Weil sie dabei kläglich gescheitert sind, mussten die nordischen Länder, allen voran Deutschland, einspringen um ihre eigenen Banken zu retten, die so dreist waren, auf Immobilienblasen zu spekulieren.  Solidarität mit ihren Nachbarn zu beweisen.

Erst richtete sich der Zorn der Regengötter, die nun besänftigt werden müssen Märkte gegen die ersten Opfer der Finanzspekulation Sünderländer, nun offenbar gegen Deutschland.
Der Chef von PIMCO, Bill Gross äußerte große Bedenken gegen Investitionen in zweijährige Bundesschatzbriefe, weil sie zu riskant seien. Hier das Interview bei Bloomberg, vorallem ab der 6:20 Minute. Wem Credit Default Swaps nicht bereits aus Ohren heraus kommen, noch die folgende Grafik aus Zerohedge.Die Spreads für deutsche Anleihen nähern sich denen Chiles!

Advertisements

Deutschland zahlt und zahlt…


.. und steht im Ausland immernoch als Arschloch da. Beleidigungen, Nazi-Vergleiche, Schuldzuweisungen, als wäre Deutschland, mit seinen Tugenden an dem globalen Finanzkollaps schuld. „Frau Merkel, können wir jetzt endlich die Motoren starten“ fragt The Economist in seinem provokativen Titelblatt. Warum zieht Deutschland immer die Arschkarte?

Wer jetzt erwartet, dass der Rest des Artikels im Calimero-Stil über diese ungerechte Behandlung jammert, sei gewarnt: Das werden Sie hier nicht finden. Auch nicht die vermeintlich entgegengesetzte Meinung werden sie  finden. Dass der deutsche Steuerzahler auf ewig eine Lawine aufhalten muss, die nicht aufzuhalten ist. Es ist nur vermeintlich die entgegengesetzte Meinung, als Ablenkung von der Realität. Ob die Menschen in Deutschland oder in Griechenland je über ihre Verhältnisse gelebt haben, ist verglichen mit dem Maße, in dem sich die Banken verzockt haben, nun irrelevant. Das hier ist eine Bankenkrise.

Also, nochmal die Frage: Warum stehen wir immer als Arschloch da? Muss es uns überhaupt kümmern? Wer einen Hinweis auf die erste Frage sucht, muss nur einen Blick auf den offenen Brief der BILD and die „lieben Griechen“ wagen. Wer sich fragt, warum Nazivergleiche sich im Ausland immernoch großer Beliebtheit erfreuen, braucht eigentlich nur den letzten Abschnitt dieses Ergusses zu lesen:

Der Deal war: Ihr bringt endlich Euer Land auf Vordermann und wir helfen Euch über die Durststrecke. Wenn IHR das nicht mehr wollt, wollen WIR auch nicht mehr. Ihr habt es in der Hand.

Bei  Schlagworten wie “Vordermann” und “Durststrecke” bin ich versucht, die Hacken zusammenzuschlagen „Jawoll, mein FF…“

Wenn ich daran denke, dass in Griechenland einige Menschen tatsächlich hungern, wird mir allerdings übel. Etwas dezenter ging es am 5. März 2010 beim Stern zu.

Hier einige Auszüge, verziert mit Kommentaren von Don Furioso:

Offenbar versteht Ihr doch was von Buchführung, denn um die Stabilitätskriterien für den Euro zu erfüllen, habt Ihr Eure Bücher so systematisch und geschickt gefälscht, dass die Brüsseler nichts gemerkt haben. In Wahrheit habt Ihr den Euro nie verdient. Trotz Eurer erschwindelten Daten ist es Euch seit der Einführung des Euro noch nie gelungen, die Stabilitätskriterien zu erfüllen. Um Eure Wirtschaft größer erscheinen zu lassen, habt Ihr Euch 2006 einen hübschen Taschenspielertrick einfallen lassen und kurzerhand die Erlöse aus Geldwäsche, Rauschgifthandel und Schmuggel in die jährliche Wirtschaftsleistung Eurer stolzen Nation eingerechnet.

Nein die Taschenspielertricks kamen aus der Trickkiste von Goldman Sachs. Berlin und Brüssel haben dabei weggesehen.

Ein Körnchen Wahrheit steckt hinter dem folgenden Abschnitt, wenn auch mit dezent braunen Untertönen:

Macht Euch keine Illusionen. Wenn Angela Merkel verspricht, „Griechenland wird nicht allein gelassen“, dann geht es unserer Kanzlerin und uns Deutschen nicht mehr um Euch Griechen. Unsere Sorge gilt allein unserer eigenen Zukunft.

Es geht wohl eher um die Sorgen der Banken. Der Zynismus ist natürlich umwerfend. Ich kann nur hoffen, dass wir nie mehr wieder auf den Marshallplan angewiesen sind. Wow,ob der Autor insgeheim Deutschland hasst?

Das Unglück ist nur: Wir sind an Euch gekettet. Wenn Ihr untergeht, zieht Ihr uns mit unter Wasser. Zum Beispiel durch die 300 Milliarden Schulden, die Ihr mit den Jahren aufgetürmt habt. Rund 30 Milliarden davon gehören den Sparern bei deutschen Banken, in Form von Staatsanleihen.

Ach, hätte der gute Mann es doch nur anders ausgedrückt, etwa so-

Wir sind in unserem Schicksal alle miteinander verbunden. Geht Ihr pleite, verlieren deutsche Sparer ihre Pension. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir alle teilen müssen, um die Kuh gemeinsam vom Eis zu holen.

Der interessanteste Abschnitt:

Und, liebe Bürger Griechenlands, redet Euch nicht damit heraus, Eure Politiker seien allein schuld an der Katastrophe.

Amen, das gilt auch für uns in Deutschland!

Ihr habt doch die Demokratie erfunden und solltet wissen, dass Ihr, das Volk, regiert und damit verantwortlich seid.

Oh Gott, das ist so doof, ich muss mich mal gerade fremdschämen! Bildung auf Googleniveau. Ich weiß nicht, wie das Wörtchen „Sollte“ auf Griechisch klingt. Ich weiß, auf deutsch soll es als dezenter Hinweis auf Besserwissertum rüberkommen. Aus eigener Erfahrung im englischen Sprachraum weiß ich, dass es erschreckend grob und autoritär rüberkommt. Erneut muss ich die Hacken zusammenschlagen.

Niemand zwingt Euch, Steuern zu hinterziehen, Schmiergelder anzunehmen, gegen jede vernünftige Politik zu streiken und korrupte Politiker zu wählen. Politiker sind Populisten. Die machen genau, was Ihr wollt.

Wo doch jeder weiß, wie ehrlich wir sind! Niemand hat den deutschen Sparer gezwungen, Anleihen zu kaufen, die er nicht versteht. Das gilt übrigens auch für „Garantiezertifikate“ oder „Bonuszertifikate“.

Sicher werdet Ihr jetzt einwenden: Ihr Deutschen, Ihr seid doch auch nicht viel besser.

Jetzt kommt der einzige Abschnitt, der einen Hauch von Intelligenz vermuten lässt:

Stimmt. Ein Rentensystem, dem kaum einer noch traut, Beamtenpensionen, von denen niemand weiß, wie sie in der Zukunft bezahlt werden sollen, ein Steuersystem, das so aussieht, als hätten erfahrene Hinterzieher es sich ausgedacht, und vor allem ein Schuldenberg, der irgendwann ins Rutschen gerät und alles unter sich begräbt – genau diese Probleme haben wir auch. Und Ihr seid uns auf diesem Pfad der Untugend nicht so weit voraus, wie viele glauben. Amen!

 Wer immernoch neugierig ist, wie soviel Deutschtümelei, verkrüppelte Empathie und Besserwissertum bei einem nichtdeutschen und nichtgriechischen Normalbürger ankommt, dem empfehle ich diesen Artikel aus einem britischen Blog „Another Angry Voice“:

Die Frage, ob uns das kümmern muss, sollte jeder für sich beantworten.Ich weiß nur eines: Wenn die Widerrede und Empörung zu solchen Artikeln von deutscher Seite zu mager ausfällt, werden uns in Zukunft nicht nur Griechen und Spanier Käse in die Ohren stopfen. Wer sich, nachdem die Banken, mit oder ohne Griechen, zusammengebrochen sind, immernoch Urlaub leisten kann, wird es dann an der Nordsee tun müssen. Oder in einer Gated Community.
Mich beschäftigt diese Frage gerade seit Ausbruch der Krise. Eine Teilantwort habe ich in meinem Artikel zu unserer unvollständigen Vergangenheitsbewältigung versucht. Ich meine, dass uns die Geschichte unserer unehrlichen Entnazifizierung gerade jetzt in den Hintern beißt.


Katerstimmung nach der Euro-Party


Europa erinnert zur Zeit an einen losen Verbund and Party-Freunden, also Freunde, die zusammenhalten, wenn es ums Feiern geht. Mein Haus ist dein Haus, mein Kühlschrank ist jederzeit offen. Wenn’s aber ums Bezahlen von Stromrechnung und Renovierung geht, bleibt die Haustür verschlossen.

Jetzt, da der Euroaustritt Griechenlands vermutlich unmittelbar bevorsteht, ist es vorbei mit der Partystimmung. Nach einer Meldung von Reuters stehen nun unter berüchtigten Experten Kapital- und Grenzkontrollen zur Diskussion. Hier ist alles, was man wissen muss:

As well as limiting cash withdrawals and imposing capital controls, they have discussed the possibility of suspending the Schengen agreement, which allows for visa-free travel among 26 countries, including most of the European Union.

Und für diejenigen, die jetzt ganz beunruhigt nach ihrer alten D-Mark  unter der Matraze blicken, zur Beruhigung: Dies sind keine echten Pläne, nur hypothetische Diskussionen unter Finanzexperten. Weiter heißt es:

These are not political discussions, these are discussions among finance experts who need to be prepared for any eventuality,‚ the second source said. ‚It is sensible planning, that is all, planning for the worst-case scenario.‘

Offiziell weiß niemand etwas davon:

‚The Bank of Greece is not aware of any such plans,‘ a central bank spokesman in Athens told Reuters when asked about the sources‘ comments.

Ist irgendjemand noch überrascht? Oder, wie es im Französischen heißt: De qui se moque-t‘ on?

Lagarde: Kinder in Niger sind mir näher am Herzen als steuerschwänzende Griechen


Der Titel sagt schon alles: IWF-Chefin Lagarde spielt die einen gegen die anderen aus, bei einem steuerfreien Gehalt, der jeden Normalbürger Tränen in die Augen treibt. Gefragt, ob sie beim Studieren der Bilanzen sich dessen bewusst sei, dass Frauen keinen Zugang zu Geburtshelferinnen haben, Patienten keine lebenswichtigen Medikamente, ob sie all dies aus ihrem Bewusstsein dränge, antwortet sie:

„Nein, ich denke eher an kleine Kinder in einer Schule in Niger, die zwei Stunden Unterricht pro Tag erhalten, einen Stuhl für drei teilen, und immer eifrig lernen. Ich habe sie ständig in meinem Bewusstsein. Weil ich denke, dass sie mehr Hilfe brauchen als Menschen in Athen….Wissen Sie was? Was Athen betrifft, denke ich auch an diejenigen, die ständig versuchen,Steuern zu hinterziehen. All diese Leute in Griechenland, die versuchen, Steuern zu entrinnen.“

Wer schon immer mal wissen wollte, wie die Nachfolgerin von Strauss-Kahn tickt, möge sich das Interview bei The Guardian zu Gemüte führen.

Wo die Reise hingeht ist offensichtlich: Der IWF wird nicht eher ruhen, bis Griechenland Niger ähnelt. Wer denkt, Lagarde oder ihre Nachfolger machen bei Deutschland halt, irrt.

Schäuble bei CBS – wie man 60 Jahre Diplomatie in nur 2 Minuten zerstört


Die Sendung „60 Minutes“ des amerikanischen Senders CBS ist eine der beliebtesten politischen Sendungen in Nordamerika. Ein Interview auf dieser Plattform  ist für einen Repräsentanten eines europäischen Landes eine ziemlich gute Gelegenheit, einen fast unzensierten Eindruck auf die amerikanische (und kanadische) Öffentlichkeit zu hinterlassen. Ich sage bewusst „fast unzensiert“, weil allein die Auswahl des Abschnitts und die Übersetzung bereits ein Filter darstellen. Das Interview, das Schäuble am 4. April dem Journalisten Steve Kroft gab, war so erschreckend, dass ein Teil von mir hofft, es handelt sich um einen bösen Übersetzungsfehler. Der Finanzminister wurde aufgefordert, deutschfeindliche Ressentiments in Griechenland zu kommentieren, vielleicht ein wenig
Empathie für die Lebenssituation der Menschen zu zeigen, oder zumindest Befürchtungen hinsichtlich wiedererwachter deutscher Lebensraumphantsien zu entkräften. Hier ein Transskript des Interviews, wie es der Zuschauer zu sehen bekam:

Steve Kroft:There is a lot of bad feelings towards Germany, as I am sure you are aware. What is your reaction to this?

Wolfgang Schäuble: (grinst)  It is always like that, when you have countries or people who have been living beyond their means, now they have to apply some austerity, they have to make cuts, they have to reform their labour market. In such a situation, people tend to push the blame to others, they are looking for skape goats, its perfectly normal. But at the same time the Greek people know that their prosperity is thanks to being part of Europe

Steve Kroft:I am sure you have seen the cartoons, people talk of being under the German boot. They blame YOU, not just Germany, but in many cases YOU personally

Kichern

Wolfgang Schäuble: Of course, that’s part of politics. It’s part of my job as German finance minister to repeat over and over again that we cannot spend more than we have. But it doesnt mean that we wanna dominate anybody. Germany tried to do so in the past and it never works, but it no longer wants to do so today.

Hier der Link zu CBS:
http://www.cbsnews.com/video/watch/?id=7404310n&amp&amp&amp

Warum wohl finde ich die Äußerungen des Finanzministers kein bisschen beruhigend?
Mit fremden Augen gesehen ist die Antwort Schäubles einfach furchteinflößend. Nein, er sagt nicht, dass es furchtbar war, andere Länder zu überfallen und dass es dem modernen Deutschland nie einfallen würde, soetwas unmenschliches zu tun etc. Nein, es funktioniert so nicht mit den Großmachtsphantasien, deshalb, und nur deshalb lässt Deutschland heute davon ab. Bild und Ton, das herablassende Grinsen sowie der letzte Satz erinnern mich in erschreckender Weise an Christoph Waltz‘ großartige Performance in „Inglorious Basterds“.

Ich höre es jetzt schon in den Ohren klingeln “ Es ist mehr als 60 Jahre her, langsam muss auch mal gut sein ..“ etc. Mag sein, aber wenn schon die emotionale Intelligenz fehlt, sollten zumindest Exportzahlen Motivation sein, etwas mehr Empathie und Bescheidenheit zu zeigen. Wenn man jemanden bezahlen würde, Deutschland mies darzustellen und sämtliche Klischees zu bedienen, könnte man keinen besseren finden als Schäuble. Ich dachte, Kauder hätte den Vogel abgeschossen mit seinem „Europa spricht jetzt wieder deutsch“.

Bundesoberlehrer. Nein, es gehört nicht zu der Stellenbeschreibung eines Finanzministers, Zensuren zu verteilen und die eigenen Verfehlungen unter den Teppich zu kehren. Es gehört nicht zu seinen Pflichten, Griechen oder Spaniern imaginierte schwäbische Tugenden immerwieder unter die Nase zu reiben. Wenn es eine Botschaft gibt, die er gerne wiederholen kann, ist es:

„Bei der Gründung des Euro haben wir alle versagt. Wie holen wir gemeinsam die Kuh vom Eis?“

Im Zweifel, sag’s mit blondgelockten Kindern


Vertrag ist Vertrag. Viele sind der Meinung, Schulden müssen um jeden Preis zurückgezahlt werden, selbst um den Preis des Wachstums, sinnvoller Investitionen in die Zukunft, selbst um den Preis der Lebensgrundlage eines Landes. Manche Fachleute nennen es „The sanctity of contract law“ – die Unantastbarkeit von Verträgen. Argentinien beschritt einen anderen Weg. Das Land erzwang einen Haircut und ließ seine Währung abwerten. Manche Schuldner weigern sich bis heute, dies zu akzeptieren und versuchen, das Land erneut unter die Fuchtel des IMF zu zwingen – vergebens.

Der Große Preis.Vertreter dieser harten Linie, die man auch mit „zahle deine Schulden, bis du daran erstickst“ paraphrasieren könnte, sind beispielsweise der britische konservative Think Tank „Policy Exchange“. Diese Wirtschaftsweisen hatten einen Preis im Wert von 250,000 Britischer Pfund zur Lösung der Eurokrise im Falle eines Austritts Griechenlands ausgerufen. Besonders gerührt waren die Juroren von dem Lösungsvorschlag eines elfjährigen Jungen aus Holland, Jurre Hermans. Der blondgelockte Bub hatte die folgende Idee:

Jurre und die starken Männer
Alle Griechen sollen ihre Euros abgeben und gegen Drachma eintauschen. Die Euro werden dann restlos unter die Gläubiger verteilt. Nix Haircut! Alle sollen mitmachen! Natürlich werden die Griechen sauer sein. Werden sie beim Versuch, ihr Geld ins Ausland zu bringen, erwischt, müssen sie Strafe zahlen. Hier die Originalarbeit, die wohl auch die Meinung seiner Eltern wiedergibt:

Irgendwie sprach der Junge den Sponsoren aus dem Herzen, wie man hier in einer ihrer Publikationen „Sovereign Default: Lessons for Europe from Argentina’s default“ nachlesen kann. In diesem Werk wird Griechenland ausdrücklich davor gewarnt, den Weg Argentiniens einzuschlagen. Natürlich sind solche Papers schwer verdaulich, auch für Politker, daher die clevere Idee, den Beitrag des jungen Holländers medienwirksam hervorzuheben. Das ist wahrlich eine glänzende Idee! Hast du etwas unangenehmes zu sagen, sag es nicht mit Blumen, sondern mit Kindern!

Für diejenigen, die sich jetzt an die Kindeserie „Wickie und die starken Männer“ erinnert fühlen, ein kleiner nostalgischer Link:

Italien gegen Bankster 0:1


Muppet Show
Wir haben es schon eine Weile geahnt, nun haben wir es schriftlich: In den Augen von Goldman Sachs sind alle Kunden nichts anderes als Muppets. Ich kann es kaum erwarten, bis durchsickert, welch unschmeichelhaften Namen JP Morgan für die Kunden ersonnen haben. Die Kunden sind in diesem Fall die Steuerzahler der geprellten Nationen, vertreten von inkompetenten Staatsdienern. Im Januar dieses Jahres verkündete JP Morgan, sie habe ihre italienischen Positionen von $3.4 Milliarden aufgelöst. Was die Bank in Wirklichkeit meinte, ist dass die italienischen Muppets die Rechnung für schiefgegengene Wetten begleichen.

Under The Counter
In der Presse wird immernoch salbungsvoll von „Derivaten“ berichten. Mittlerweile ziehe ich den Begriff „Wette“ vor, weil es die Intention hinter den meisten dieser Geschäfte klarer hervorhebt. Banken gehen ständig Derivatgeschäfte untereinander ein. Das ist völlig in Ordnung, denn sie wissen um die Risiken. Nur wenn Banken Derivatgeschäfte mit Nichtprofis eingehen, und dazu gehören Gemeinden, Länder und Staaten, dann wird eine rote Linie überschritten. Um so schlimmer ist die Tatsache, dass diese Geschäfte im Geheimen ablaufen, was im Finanzjargon ganz prüde als „OTC“ genannt wird.

Plain Vanilla Swaps
Konstruieren wir mal ein einfaches Beispiel zur Illustration. Nehmen wir an, Gemeinde A braucht EUR 10Mio und begibt zur Finanzierung Schuldscheine mit zehnjähriger Laufzeit mit einem  Jahreskupon von x%. Bank Goldnase überredet die bräsigen Staatsvertreter dazu, ihr Zinsrisiko zu „hedgen“ . Alleine das Wort klingt toll! Also gehen Gemeinde A und Goldnase einen Plain Vanilla Zinsswap mit 10jähriger Laufzeit ein. Natürlich alles Over-The-Counter, OTC, deutsch: streng geheim, Valuierung undurchsichtig.
Gemeinde A zahlt halbljährlich einen variablen Zins und erhält dafür den begehrten Kupon von x%. Damit ist natürlich nichts gehätscht (ge-hedged). A ist nun für 10 Jahre dem Zinsrisiko ausgesetzt. Steigen die Zinsen, verdient sich die Bank eine goldene Nase. Selbst wenn die Zinsen fallen, hat die Bank „upront“ ein Geschäft gemacht.

Griechenland
Im Jahre 2001 ging der griechische Staat einen komplexen Kreditswap mit Goldman Sachs ein, der dem illustren Bankhaus über Nacht einen Profit von  600 Mio EUR bescherte. Die genaue Formel des Swaps (ja, es bedarf oft mehrzeiliger mathematischer Formeln, um die Modalitäten der Transaktionen zu beschreiben), ganz zu schweigen von ihrer Valuierung,  sind bis heute nicht öffentlich – und das aus gutem Grund! Der Vertreter Griechenlands in diesem anrüchigen Geschäft bezeichnete den Deal als eine sexy Story zwischen zwei Sündern. Ziel des Deals war es, die wahren Schulden Griechenlands zu v erschleiern, um einen Beitritt in die Eurozone zu ermöglichen. Der Zinsswap war in Wirklichkeit ein Kredit bei Goldman. Dass dies übliche Praxis war, die sich die Griechen nur bei den Italienern abgeschaut haben, macht es nicht besser.

Wozu Derivate?
Oft werden Derivate eingesetzt, um bestimmte Festpreise zu erzielen, beispielsweise in Form von Futures auf Öl, Optionen auf Zinsen oder Aktien. Viel häufiger jedoch werden Derivate ersonnen, um Fakten zu verschleiern. Verschleiert werden

Preise: Wenn Produkte nicht öffentlich gehandelt werden, müssen komplexe Algorithmen und schwer zugängliche Marktdaten zur Preisfindung herangezogen werden. Wenn das ganze Geschäft bequemerweise auch noch unter dem Siegel des Verschwiegenen ausgehandelt werden, hat der Kunde noch nicht einmal die Chance, Preise zu vergleichen. Die Mathematik dahinter wird dazu missbraucht, um ein Hinterfragen des (Preisfindungs-)Systems zu verhindern – ähnlich wie die Katholische Kirche lange Zeit die Messe in Latein abhielt. Der Bauer wird schon nicht murren, solange der Weihrauch seine Nase umschmeichelt.
Und selbst wenn man bei Begriffen wie Stochastische Prozesse oder stochastischen Differentialgleichungen nicht vor Ehrfurcht erblasst, bleibt die Frage, was diese Modelle mit der Realität zu tun haben. Die Antwort lautet: Nicht viel. Ihre Daseinsberechtigung liegt in ihrer Intransparenz.

Risiken: Schon mal etwas von „Portable Risk“ gehört? Die Idee, dass man Risiken beliebig weiterverkaufen kann, bis man einen Dummen findet, der auf ihm sitzenbleibt (sprich: der Steuerzahler) fand bereits Alan Greenspan ganz toll. So wurden die unsäglichen CDO Kontrakte geboren. Das beste an diesem Konzept ist, dass dank unangepasster Bilanzregelierung Risiken weggezaubert werden. Derivate werden wie eine Art Black Box behandelt, die sich kaum jemand genau ansieht. Griechenland wäre ohne diesen Trick nicht in die Eurozone hineingelassen worden. Mit Hilfe dieser Innovationen wurden Schulden einfach neu verpackt und unter „Ferner Liefen“ verbucht. Das erinnert mich irgendwie an versteckte Kalorien. as Wort „Hedging“ – im Finanzjargon Abschirmung vor Risiko – bedeutet wörtlich Hecke bilden.
Die Idee ist, dass die Hecke Schutz bieten soll. In der Realität jedoch wurden manche Finanzprodukte zum Schutz vor neugierigen Blicken erschaffen. Wenn heute jemand etwas von Hedging faselt, antworte ich nur noch: Hedging indeed – hedging from plain sight!

Wohin geht die Reise?
Komplette Deregulierung, verbunden mit Marktintransparenz hat nicht funktioniert. So sexy Derivate auch wirken mögen, ihre Preisfindung muss öffentlich nachvollziebar sein. Das bedeutet weniger Variation, mehr Standardisierung, ein öffentlicher Markt mit Angebot und Nachfrage, ähnlich wie mit Standardoptionen unt Futures. Keine geheime Absprache zwischen Staatsdienern und Banken: Gegen Verträge muss öffentlich Einspruch erhoben werden können. Wetten auf Konkurs (CDS) gehören in die Hände von Spezialisten, die den gleichen Regulierungen wie Versicherungen unterworfen werden. Es darf nicht sein, dass jemand die Shortposotion eines CDS im Portfolio halten darf, ohne auch die notwendigen Fonds für den Default bereithalten zu müssen (siehe AIG). Warum darf ich nicht ein Papier unterschreiben, womit ich mich gegen monatlicher Gebühr dazu verplichte, im Falle dass mein Nachbar sich das Bein bricht, 1 Million EUR zu zahlen? Wäre es nicht nett, wenn ich so mein Gehalt aufbessern könnte, darauf hoffend, dass der Ernstfall nie eintritt?
Antwort: Weil es irre ist. Warum also wurden CDS in genau dieser Form erlaubt?

Wir sind Alle Muppets

Und weil ich es einfach mag, Bohemian Rhapsody von den Muppets:

Entnazifizierung


Dresden
Alljährlich, zum Jahrestag der Zerstörung Dresdens, findet eine Demo der Neonazis statt. Eine Blamage für Deutschland.Gleichzeitig findet eine Gegendemo statt – auch Parlamentarier sind unter den Gegendemonstranten, um ihre Abscheu der Faschisten zu bekunden. Zum Glück gibt es rechtschaffene Landsleute, denen Demokratie und Anstand wichtiger ist als die Gemütlichkeit ihres Sofas. Werden diese Demokraten als Helden gefeiert? Nein! Sie bekommen Gerichtsverfahren wegen „Sprengung einer Versammlung“ an  den Hals —  hier ein Artikel
von Jacob Jung..

Verwundert möchte man sich die Augen reiben.
Dachten wir doch, wenn es einen Grundkonsens in der Bundesrepublik gibt, dann der, dass Faschsimus in unserem Land nichts zu suchen hat. Offenbar irrten wir. Irgendetwas haben wir übersehen.

Entnazifizierung
Das, was wir diskret mit „Vergangenheitsbewältigung“ betiteln, wurde nicht von allen Teilen der Bevölkerung im gleichem Maße mitgetragen. Vergangenheitsbewältigung ist eine komplizierte, langwierigen Sache. Sie erfordert Mitgefühl (für alle Beteiligten), Geduld und Introspektion. Mit Schecks ist es nicht getan. Mit der Lektüre von Geschichtsbüchern auch nicht. Mit einer Betroffenheitszeremonie im Bundestag ebenfalls nicht. Wenn ein großer Teil eines Volkes von einem anderen traumatisiert wurde, dauert es mehrere Generationen, bis die Wunden verheilen -auf beiden Seiten. Den Nachkommen der  „Tätergeneration“ wird wegen eines Verbrechens mit Misstrauen begegnet, wegen eines Verbrechens, das sie selbst nie begangen haben. Im Falle Deutschlands durften diejenigen, die die Wehrmachtsuniform getragen haben und das Glück hatten, nach Hause zurückzukehren, ohne materielle Sorgen altern. Die Zuhausegebliebenen, die von spontaner Blindheit getroffen wurden, als ihre Nachbarn abtransportiert wurden, mussten sich auch nie einer Verantwortung stellen. Ihre Nachkommen sind in materieller Üppigkeit aufgewachsen, ohne je den Nachkommen der Opfer ins Auge zu sehen. Das ist ein Nachteil, kein Segen.

Leben Seite an Seite
In Amerika leben Nachkommen von Sklaven und Sklavenhaltern Seite an Seite. In Ruanda leben Hutus und Tootsies nebeneinander. Die Nachkriegsgenerationen in Westdeutschland wurde von den Allierten bewusst verhätschelt, weil sie ein Bollwerk gegen die Sowjetunion erschaffen wollten. So wurde eine gründliche, nachhaltige Entnazifizierung der Logik des Kalten Krieges geopfert. Die Bevölkerung durfte sich der kollektiven Opferpose hingeben. Alle waren bloß Opfer des Hitlerregimes und haben nichts gewusst.Die Täter sind and ihren Hörnern und Bocksfüßen zu erkennen. Wir sind das Land der Ingenieure, Dichter und Denker. Alles klar.

Persilscheine
Die Alliierten standen nach dem Krieg vor einem Dilemma. Sie wollten eine rudimentäre Versorgung (vorallem medizinische) und Verwaltung der Zivilisten sicherstellen. Das wäre unmöglich gewesen, wenn sie darauf bestanden hätten, dass jeder, der zum Holocaust beigetragen hat, zur Rechenschaft gezogen wird. So wurden die berühmten „Persilscheine“ großzügig verteilt.

Der Preis dafür ist eine bis heute unvollständige Aufklärung der Nachkriegsgenerationen. Bis auf wenige, wiegen sich die meisten Deutschen in Illusionen. Sie glauben, dass die bösen Nazis einer kleinen Minderheit angehörten, die nach dem Krieg auf mysteriöse Weise verschwand und keinen Einfluss auf die Politik, Wirtschaft den Alltag unseres Landes haben. Sie glauben, dass sie meisten Erwachsenen nicht die leiseste Ahnung von Konzentrationslagern hatten. Alles arme irregeleitete Unschuldslämmer.
Die Greueltaten an Millionen von Zivilisten sind von einigen wenigen verrichtet worden – die treuen Wehrmachtssoldaten haben nichts davon gewusst. Wirklich? Rein rechnerisch -wie ist soetwas möglich? Wären wir nicht so emotional in der Beantworting dieser simplen Frage involviert, hätten wir keine Denkbehinderung. Die Antwort ist simpel:

Opa auf der Akropolis
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Großvater oder Urgroßvater beim Russlandfeldzug, Griechenlandfeldzug, Norwegenfeldzug – die Liste ist leider lang – von Greueltaten nichts mitbekommen hat, scheint verschwindend gering. Diese kollektiv verordnete Amnäsie zieht sich durch alle Institutionen. Richtig weh tut es, wenn Archive, die der nachträglichen Aufarbeitung dienen, verschwinden oder „umstrittene Ärzte“  für „besondere Verdienste“ geehrt werden.

Deutsche Soldaten hissen die Hakenkreuzflagge

Quelle: Bundesarchiv

Fragen wir uns
Wie wahrscheinlich ist es, dass jemand, der während des Nationalsozialismus eine verantwortliche Position hatte, sein Handeln je freiwillig überprüfte und sich in der jungen Bundesrepublik  effektiv für „Recht und Freiheit“ einsetzte? Angesichts dessen, dass die meisten Nazis mit Persilscheinen zum Mitwirken in der jungen Republik weiterempfohlen wurden, ist es denn wirklich verwunderlich, wenn heute noch ganze Staatsorgane auf dem rechten Auge blind sind?

Warum es relevant ist
Selbst, wenn sich Deutschland vom Rest der Welt abschotten könnte, wäre geschichtliche Vergangenheit relevant, aus dem einfachen Grund, dass sich jede Generation prinzipiell mit den überlieferten Werten auseinandersetzen muss. Wenn es wahr ist, dass die meisten Erwachsenen im Dritten Reich Nazis waren, dann ist es auch wahr, dass uns Nazis und die Kinder von Nazis erzogen haben.
Man kann davon ausgehen, dass viele private Familiengeschichte auf Lügen basieren. Was für die Quandts gilt, gilt auch für Jedermann. Und es ist schmerzhaft. Wenn es wahr ist, dass Teile der Naziverwaltung unter neuer Flagge ihre Arbeit fortsetzen durften, dann müssen auch unsere heutigen Institutionen kritisch untersucht werden.
Nun ist Deutschland keine Insel. Deutschland hat in der Griechenlandkrise ein hohes Gewicht –  sogar ein Übergewicht. Was auch immer unsere Volksvertreter tun oder verkünden, es wird nunmal auch an der Vergangenheit gemessen. Nur an Zahlen und Bilanzen zu denken ist einfach dumm. Verträge werden zwischen Menschen abgeschlossen. Es ist völlig verständlich, dass sich Griechen an die Belagerung ihres Landes durch die Faschisten erinnert fühlen – es ist nunmal ein Trauma. Um es klar zu sagen: Schlagzeilen wie in der rechten griechischen Zeitung „Demokratia“ sind in der Tat geschmacklos, wie es der Blogger in diesem Link richtig bezeichnet hat. Hier wird ein Volk gegen ein anderes aufgehetzt, um von den eigentlichen Urhebern der Schuldenkrise abzulenken.

Des Traumas, dass dahintersteckt, sollte man sich allerdings bewusst sein, und notfalls bei Wikipedia über die griechische Hungersnot infolge der Besetzung durch die Wehrmacht nachlesen. Hier ein link bei Wikipedia – englisch, meiner Meinung nach besser als auf
Wikipedia deutsch .Spätestens dann sollte jedem, der über einen EQ größer als Null verfügt, Sprüche von der Sorte Kauders („Europa spricht jetzt deutsch“) im Halse stecken bleiben.

Braune Mentalität
Nazidenken äußert sich nicht nur im Schmieren von Hakenkreuzen. Es ist eine Haltung, die sich, mal laut, mal subtil, durch alle Lebensbereiche zieht. Grundlage ist der unerschütterliche Glaube an Herrenmenschen und Untermenschen, an prinzipielle Adersartigkeit. Hier die disziplinierten Deutschen mit ihren strengen Defizitregeln, dort die faulen Südländer mit ihrer mangelnden Professionalität und ihrem Hang zur Verschwendung.

 Die Gnade der späten Geburt Da stehen sie nun, die deutschen Nachkriegsgenerationen, konfrontiert mit einem Erbe, auf das die meisten gerne verzichten würden. Ob es eine Gnade ist, weil die meistenTäter längst ausgestorben sind, oder ein Fluch, hängt von unserer Einstellung ab. Es ist ein Fluch, wenn wir uns der Herausforderung verweigern, eine Gnade, wenn wir uns ihr stellen. Um es klar zu sagen: Jede Demokratie hat auch mit antidemokratischen Elementen zu kämpfen. Hassschürer mit Glatze und Springerstiefel, oder in Kaschmir und gepflegter Wortwahl gibt es in jedem Land. Nur in unserem kollektiven Bewusstsein ist die Gefahr mehr als nur abstrakt. Wir wissen, dass das Böse ganz harmlos und liebenswert daherkommen kann. Opa und Oma trugen keine Hörner und Bocksfüße. Dieses Bewusstsein schärft den Blick.

Antibiotika gegen das Nazibazillus
Wie also rottet man das Nazibazillus aus? Zunächst einmal fängt man bei sich selbst an. Fragen wir uns, wo wir noch in Kategorien „wir gegen euch“ denken. Hinterfragen wir unsere eigene Familienmythologie! Hinterfragen unsere Volksvertreter, unsere Verwaltung und unsere Wirtschaftselite! Warum darf Herr Kauder ungehemmt schwadronieren, dass Europa demnächst deutsch spricht, ohne dass seine Parteikollegen ihm verschämt den Rücken kehren?

Unverkrampft Nur wenn wir unverkrampft unser (Familien~)Geschichte untersuchen, können wir klare Entscheidungen treffen. Nur mit klarer Identität können wir den Mittelweg zwischen Besserwissertum und Schuldkomplex finden. Beispiel Griechenland: Nur mit einer klaren Identität sind wir in der Lage, relevante Fragen zu stellen.

Wem kommen die Milliarden sog. Griechenlandhilfe wirklich zugute? Dem verarmten Griechen auf der Straße oder den Gläubigern?
Wie ist dieses Land in die Situation geraten? Haben auch korrupte Funktionäre in der EU und Investmentbanken ihren Anteil?
Wieviel Solidarität wollen wir den Bürgern Griechenlands schenken?

Zu vermieten: Die Akropolis


Stellen Sie sich vor, Goldman Sachs lädt demnächst zu Champagner und Häppchen auf der Akropolis ein – zur Ehrung ihrer Vorstandsvorsitzenden.
Lächerlich? Offenbar nicht! Nach einer Meldung von AFP hat das griechisches Kulturministerium antike Stätten zur Vermietung freigegeben.
Ganze 1600 Euro soll ein Tag auf der Akropolis kosten. Das soll Geld bringen, Geld das dann an Banken wie Golman Sachs ausgezahlt werden kann. Und so schließt sich der Kreis!

Quelle: Adam Carr

Beitragsnavigation

%d Bloggern gefällt das: