wildezeiten

Über die neue Umverteilung

Versteckte Inflation


Kurz nach Einführung des Euro beschwerten sich viele Menschen darüber, dass sich Preise für alltägliche Waren praktisch über Nacht verdoppelten. Es schien, als habe man in Supermärkten und Restaurants das DM einfach durch EUR ersetzt. Die Statisitk sang ein anders Lied – alles war super. Das war im Jahre 2000.

Heute habe ich in manchen Ländern den Eindruck, dass sich der Preis des mythischen Warenkorbes zwar gehalten hat, aber der Korb selbst geschrumpft ist. Die Portionen werden einfach kleiner, ist zumindest mein Eindruck. Offenbar bin ich nicht alleine.

Das für Deutschland ist die Situation eher entspannt, zumindest laut Statist. Bundesamt.

Wie ist Ihre Erfahrung?

Advertisements

Einzelbeitrag-Navigation

11 Gedanken zu „Versteckte Inflation

  1. Man hat doch nicht umsonst die Gewicht-Bindung der Gebinde aufgehoben. Das hat, so weit ich es gesehen habe, keinerlei Welle verursacht; meine eigenen Kommentare verursachten kollektives Gähnen.

    Nun gut, jetzt muss eine Tafel Schokolade keine 100 Gramm mehr wiegen, dafür wird die mit 80 Gramm zum selben Preis verkauft. Wer nicht mit einem Taschenrechner in den Supermarkt geht, hat keine Chance. Das ist die andere Form der Preiserhöhung, und die Verbraucher hat es offensichtlich nicht interessiert.

    • „Man hat doch nicht umsonst die Gewicht-Bindung der Gebinde aufgehoben. “ Das verstehe ich nicht. Was bedeutet das?
      „Wer nicht mit einem Taschenrechner in den Supermarkt geht, hat keine Chance.“
      Taschenrechner und Lupe!
      Ja, viele Leute wollen einfach betuppt werden. Demnächst wird wohl wieder Sägemehl unter den Brotteig gemischt.

  2. Es bedeutet, dass es bis vor kurzem verbindliche Gebinde-Vorgaben gab: Eine Tafel Schokolade musste 100 gr haben, andere Lebensmittel hatten auch Normgewichte oder- grössen. Das wurde abgeschafft und nun macht die Industrie, was sie will. DasZiel war natürlich, nichts mehr mit nichts vergleichen zu können.

    • Das Ziel ist offensichtlich erreicht. Wann fangen die Käufer endlich an, zu streiken und nur noch das zu kaufen, das sie auch verstehen und unbedingt brauchen? Ich habe angefangen, meinen Konsum mehr und mehr zu reduzieren, und siehe da? es geht mir besser. Wenn Restaurantportionen zu klein sind, werde ich ärgerlich und kehre nie mehr zurück, ganz einfach!

    • nach der kg Preisangabe einkaufen – die steht in aller Regel drauf (ist meines Wisens Vorschrift) und wenn sie nicht drauf steht, liegen lassen

      macht aber die preisbewußte Einkäuferin schon seit Jahrzehnten(?) so.

      Nicht da angreifen, wo’s nix anzugreifen gibt – was Verbraucherinfo anlangt, vermute ich, daß es hierzulande eher vorbildlich zugeht.

      • „Nicht da angreifen, wo’s nix anzugreifen gibt – was Verbraucherinfo anlangt, vermute ich, daß es hierzulande eher vorbildlich zugeht.“ Mein Artikel ist nicht nur auf Deutschland beschränkt. Wenn bestimmte Produkte, an die man sich gewöhnt hat, plötzlich anders verpackt sind (selbe Packung, weniger drin), dann ist das sehr wohl angreifbar. Ob es angreifbar ist oder nicht, war nicht meine Frage, Silke.

  3. In anderen Ländern fehlt da einfach ein Instrument, das in Spanien seit Jahrzehnten zur Verfüng steht: hojas de reclamación.

    Diese Beschwerdeblätter sind nicht irgendwas! Jedes Geschäft (jedes!), jede Bank, jedes alles … hat solche durchnummerierten Beschwerdeblätter für den Kunden zur Verfügung. Sagen Sie, sie haben keine, ruft man kurz die Polizei – dann haben sie sofort welche (oder zahlen immense Strafen).

    Passt mir also als Kunde etwas nicht, verlange ich so ein Blatt. Original geht an die staatliche Verbraucher-Beschwerdestelle, eine Kopie für mich, eine für den Laden. Ich fülle das aus und unterschreibe, der Laden darf auch etwas dazu texten, unterschreibt ebenfalls.

    Dann gehtdas Formular an die Verbraucher-Zentrale. Ich MUSS über den Fortgang der Sache und übersämtliche Konsequenzen schriftlich informiert werden, passiert auch so.

    Das Ganze kann für den Laden (die Bank, die Klinik) sehr heftige Strafen nach sich ziehen. Von vier- oder fünfstelligen Geldstrafen bis zu …

    Bevor ich ,mich also ärgere, sorge ich dafür, dass sich jemand anders ärgert. Es steht ja nirgendwo, dass meine Beschwerde einen gesetzlich abgesicherten Hintergrund haben muss. Kostet also die 8o-gr-Schokolade plötzlich 1 Euro, während die 100-gr gestern noch denselben Preis hatte, lasse ich mir eine hoja de reclamación geben.

    In diesem speziellen Fall wird sicher niemand zu Strafen verurteilt, weil das legal ist, aber ich hänge ihnen zumindest einen richtig fetten und sehr aufwendigen Verwaltungsvorgang um, der sie etliche Stunden beschäftigt.

    Wenn mehr Leute dieses sehr kreative Instrument richtig einsetzen würden, könnte man zivilen Ungehorsam spielend leicht organisieren.

  4. Ich kann mich dunkel daran erinnern. Geniale Sache, und ja, das hat Protestpotential, solange es nicht vom Staat untergraben wird.

  5. „Nicht da angreifen, wo’s nix anzugreifen gibt – was Verbraucherinfo anlangt, vermute ich, daß es hierzulande eher vorbildlich zugeht.“

    Daran glauben Sie wirklich, Silke, oder? Haben Sie eine Stunde Zeit für Erkenntnis?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: