wildezeiten

Über die neue Umverteilung

Kann man Geld essen?


Das könnte man sich manchmal fragen, wenn man monatelang nur noch von Bankenkollaps, Währungsaustritt und Schuldenschnitt hört oder liest. Dann mag sich mancher fragen,wozu die Europäische Union oder gar der Welthandel gut ist – legitime Frage bei allen Verwerfungen.

Dann wiederum, wenn man sich Meldungen über Trockenheit in den USA und Teilen Südeuropas und die Folgen für die Weltnahrungsproduktion vor Augen führt, kommt man ins Grübeln. Während Erträge in den USA, Italien, Georgien und Indien fallen, können Deutschland und Frankreich auf gute Erträge hoffen.
Hier ein detaillierter Artikel von Bloomberg mit Video:

Rinder und Schweine müssen in den USA vermutlich wegen steigender Futterpreise (Mais) geschlachtet werden, was kurzfristig zu sinkenden Preisen für Fleisch führt (Jubel!?). In normalen Zeiten – keine Depression, kein drohender Währungskollaps, nur lokale Trockenheit, ist Welthandel dazu da, lokale Ausfälle auszugleichen. Dieses System hat uns in der reichen EU über lange Zeit Überfluss beschert. Mit ein paar Spenden an die „Dritte Welt“ hat man sich augenscheinliche Stabilität und ein gutes Gewissen erkauft.
(Meine Wurstfinger wollten erst  ein L in „erkauft“, zwischen K und A, eingeschmuggeln, Freudscher Vertipper sozusagen).

Auch Teile Europas sind von Trockenheit betroffen. Was ist, wenn diese Trockenheit dank Klimaerwärmug zur Normalität wird? Was ist, wenn Ernteausfälle und Staatsbankrott zusammentreffen? Was ist, wenn z.B. Südeuropa nicht mehr genug produziert, um sich selbst zu ernähren, und Nordeuropa seine Ersparnisse an Banken verschwendet hat?
Was geschieht in der EU? Wie solidarisch werden sich die Bürger untereinander zeigen, wenn es um existentiellere Fragen als den Lebensstandard geht? Ich selbst, der ich halbrohes Steak gerne genieße, muss mir ernsthaft die Frage stellen, die ich in den Achzigern und Neunzigern übergangen habe:

Ab wann bin ich bereit, auf Steak zu verzichten, damit meine Nachbarn Brot haben?

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5 Gedanken zu „Kann man Geld essen?

  1. Das zu den Lügen (und dazu gehört dieses Märchen auch) der Lebensmittelindustrie, die dazu führen soll, Lebensmittel insgesamt künstlich zu verknappen, um damit die Preise dafür in ungeahnte Höhen zu treiben! Wir haben genug Lebensmittel für 12 Milliarden Menschen – alles andere ist dreckige Lüge!

    • 12 Milliarde Menschen halte ich für absoluten Unsinn. Das kling wie Papst Johannes Paul II, der einst behauptete, der Tisch des Herren sei für jeden gedeckt. Und ja, die Verteilung ist ungerecht. Egal wie die Verknappung zustande kommt, ob Klimaerwärmung, Satanisten, Freimaurer oder böse Spekulanten- meine Frage war eine ganz andere.

  2. Reblogged this on đeя Bαeяeиαυfвıиđeя oder Kultur-Soeldner und kommentierte:
    Add your thoughts here… (optional)Ab wann bin ich bereit, auf Steak zu verzichten, damit meine Nachbarn Brot haben?

  3. Ich habe mich inzwischen von Fleisch so gut wie verabschiedet. Mein Gründe:
    1. So lange wir Tiere töten, werden wir Kriege führen
    2. Tiere sind genauso empfindsame Wesen wie Menschen
    3. Sich mehr als einmal in der Woche von Fleisch zu ernähren ist nicht gesund. Der Mensch kann besser rohes Gemüse und Obst „verarbeiten“
    4. aus energetischen Gründen ist es besser, Obst und Gemüse zu essen, d.h. es können so mehr Menschen satt gemacht werden).
    5. Weniger Tiere bedeutet weniger Umweltbelastung (u.a. Wasser, die Rinder der USA scheießen am Tag einmal die Skyline von Chicago)
    VG Martin

    • Kann ich nur unterschreiben.Bei allem, was wir kaufen und verbrauchen, sei es der SUV oder das Huhn aus der Legebatterie müssen wir uns die Frage gefallen lassen, ob wir die Wirkung auf den Planeten, unsere Mitmenschen und nicht zuletzt auf uns selbst haben.

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