wildezeiten

Über die neue Umverteilung

In eigener Sache: Vom Umgang mit Hasskommentaren auf Blogs


Ich empfinde die meisten Kommentare zu meinen Artikeln als Bereicherung und schätze Diskussionen sehr. Oft bin ich radikal anderer Meinung, aber-und das macht die Diskussion um so spannender. Kapitalismus, Kommunismus, Anarchismus – alles ist willkommen, solange es irgendwie begründed ist und niemand dabei beleidigt oder diffamiert wird.

Meine bisherigen Einstellungen bei WordPress schalteten Kommentare automatisch frei, sobald ich den ersten akzeptiert hatte. Leider werde ich manchmal von Hass-Spam Kommentaren überrascht. Die Bevölkerungsgruppe, die ich aus tiefstem Herzen verachte, ist die Gruppe der Rassisten und Antisemiten.

Ob mit Glatze oder Turban, pseudourbanem Designeroutfit oder Springerstiefeln, sie sind alle gleich widerwärtig und ich wünschte, sie hätten nie Lesen und Schreiben gelernt, oder besser, nie das Licht der Welt erblickt.

Was tun also, wenn sie mit erstem Kommentar ganz harmlos daherkommen, vielleicht mit pseudo-revolutionärem, pseudo-intellektuellem Geschreibe, aber prinzipiell nix böses, aber dann, beim zweiten Kommentar die hässliche Fratze des Hasses zeigen? Beim jüngsten Vorkommen dieser Art, der mich zum Verfassen dieses Artikels bewogen hat, handelte es sich speziell um Antisemitismus.

In welcher Couleur du Jour Hass auf Menschengruppen auch immer daherkommt, sie wird auf diese Blog nicht geduldet. In Zukunft werde ich diese Kommentare sammeln und unter der Rubrik „besonders widerwärtig“ ausstellen.

Leider war dieser spezielle Kommentar für einige Stunden auf meinem Blog zu sehen, bevor ich mich einloggte und ihn in den Datenfriedhof verfrachtete, wo er hingehört. Dafür möchte ich mich bei meinen Lesern entschuldigen!

Um Ähnliches zu verhindern, werden von nun an Kommentare von mir einzeln freigeschaltet. Das wird den Prozess etwas verzögern, da ich nicht jeden Tag online bin. Ich bitte um Verständnis!

Don Furioso

Advertisements

Einzelbeitrag-Navigation

16 Gedanken zu „In eigener Sache: Vom Umgang mit Hasskommentaren auf Blogs

  1. Kann man so oder so machen.

    Meine Einstellung: Ich sterbe nicht, wenn ein Flachgeist-Kommentar eine Weile stehenbleibt, bevor ich ihn löschen kann. Meist reagieren andere ohnehin richtig darauf und er bekommt das adäquate Feedback. Wenn ich es sehe (gaaaaaanz selten), wird allerdings die Mailadresse oder gleich die IP gesperrt und aus.

    Ich würde sehr ungern umschalten auf „später freigeben“.

  2. Ja, ich bin da im Zwiespalt. Manchmal bin ich 3 Tage lang unterwegs, ohne mich einzuloggen. Bisher hatte niemand dagegen kommentiert. Ich lasse es mir durch den Kopf gehen. Vielleicht sollte ich freischalten, wenn ich weiß, dass ich zeitnah reagieren kann.
    Es gibt genug Hass auf dieser Welt, ich will nicht unwissentlich bei ihrer Verbreitung mithelfen.Es sind genug Menschen an den Folgen von Volksverhetzung gestorben. Diejenigen, die Fensterscheiben einschlugen und Menschen in Wagons schoben, waren auch Flachgeister. Das macht sie nicht harmlos. Wenn sie sich erst mal in der Vielzahl wähnen, sind sie schwerer aufzuhalten.

  3. Wenn drei Tage offline, würde ich auch umschalten.

  4. Jeder fängt wohl in dem Glauben an, dass Meinunsgfreiheit bedeutet jeden, jederzeit alles bloggen zu lassen? Schnell merkt man, dass das nicht so funktioniert. Schon wenn ein Blog seinen ganz persönlichen Stil behalten will, muss er redigiert werden. Das ist wie bei einem englischen Garten. Alles sieht sorgfältig geplant ganz natürlich aus. Das Gegenteil davon ist die Müllhalde, wo jeder seinen Scheiss‘ abkippen kann…

    • Die Parallele mit dem Garten gefällt mir, Almabu! Ich finde es schon lustig, wie manche gleich „Zensur!“ schreien, als wäre es ihr vom Grundgesetz garantiertes Recht,in jedem fremden Garten ein Plakat aufzustellen. Das kommt gerade von den Leuten, die noch nie mit echter Zensur konfrontiert wurden. Zensur, bei der jeder Versuch, irgendwo die eigene Meinung zu verkünden, mit dem Enteignung, Gefangennahme und Tod begegnet wird. Und ich lasse mir den Garten nicht zumüllen.

  5. Nicht alles, was von Dir, Don Furioso, als „Hasskommentar“ so gewertet wird, ist tatsächlich ein solcher, sondern Darstellung und Abbildung der Wirklichkeit, die zu verbreiten sehr wichtig ist, um die Welt auch nur ansatzweise verstehen zu können (völlig werden wir sie nie verstehen).

    Du kannst natürlich auch diesen Kommentar, der einen Link zu einem „renommierten“ Mainstream-Medium beinhaltet, löschen, weil er in Deinen Augen als „rassistisch“ und „antisemitisch“ eingestuft wird, denn hier wird berichtet, dass Rockefeller und Rothschild ihre Finanzimperien zusammengelegt haben und nun nicht nur die US-, sondern auch die EU-Finanzpolitik ganz offen beherrschen:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/familien-rockefeller-und-rothschild-verwalten-gemeinsam-vermoegen-a-835972.html

    Das ist kein Hass, sondern nennen der Fakten!

    Wer wie Du, bei jedem jüdischen Namen, der im Zusammenhang mit Kapitalismuskritik fällt, sofort „Antisemitismus“ schreit, hat nichts begriffen!

    Der hat auch nicht begriffen, dass eine Kritik an der menschenverachtenden, aggressiven, mordenden Politik Israels, an der seit Anfang des 20. Jahrhunderts betriebenen Vertreibung, Ermordung, Beraubung des palästinensischen Volkes gar nichts, aber auch absolut gar nichts mit Antisemitismus zu tun hat.
    Und ein solcher Mensch setzt sich von vornherein Scheuklappen auf und wird ganz sicher auch dieses Video – von einem Juden! gedreht – als „antimsemitisch“ abstempeln!

    XXX

    Ich habe in meinem Leben gelernt, meine Augen aufzumachen und in alle Richtungen zu schauen und nicht auf einem Auge blind zu bleiben, denn dann sehe ich nur die Hälfte der Welt – und kann so nie zu einem halbwegs vollständigen Bild und nie zu einer halbwegs vollständigen Erklärung und vor allem nachhaltigen Veränderung der Zustände auf dieser Erde kommen.

    Zu dieser, Deiner „Auf-einem-Auge-blind-Haltung“ gehört auch, dass Du reflexartig, weil gewisse jüdische Namen auftauchten, eine Liste der 50 Fortune unserer Erde nicht auf Deinem Blog geduldet hast, und zwar aus Angst, als „Anti-Semit“ dazustehen.

    Das nenne ich arm, engstirnig und kurzsichtig!

    • P.S. Bitte entschuldige, ich muss irgendwo vergessen haben, die Formatierung für „Fett“ zu schließen…

      P.P.S. Die andere Schlussfolgerung aus Deinem Verhalten wäre, dass Du selbst Hass säst, nämlich gegen jeden, der anderer Meinung als Du bist…

      • Warum hast Du das Video entfernt?

      • Weil ich es nicht vertreten will. Wenn es Dir so am Herzen liegt, trage dafür auf Deinem eigenen Blog Verantwortung. Jeder hier ist frei. Wenn Du mir sagst, ich solle in Deiner Wohnung die Schuhe ausziehen, muss ich es entweder respektieren oder die Wohnung verlassen.

    • Ein Blog ist wie eine Privatwohnung, oder um Almabu zu zitieren, ein Garten. Ich mache von Gastrecht gebrauch, d.h. ich lasse Kommentare zu, die ich
      a) vertreten kann
      b) sollten Namen genannt werden, muss ich in der Lage oder willens sein, zumindest ihre Plausibilität nachzuprüfen.
      Du hattest mal vor einiger Zeit eine Liste von Unternehmen und Individuen auf meinem Blog gepostet. Ich habe sie gestrichen, weil ich bei vielen Namen nicht beurteilen konnte, ob und wie böse sie sind. Das war keine Bewertung meinerseits, sondern ein ehrliches „ich weiß es nicht“.
      Ich habe Dich aufgefordert, sie auf Deinem eigenen Blog zu posten und selbst dafür Verantwortung zu tragen. Hast Du es getan?

      Danke, dass Du mich als armselig beschimpfst, weil ich von meinem Gastgeberrecht Gebrauch mache, damit kann ich leben.

      Wenn jemand behauptet, die londoner City (Finanzzentrum) sei voller Juden (oder wie dieses Subjekt schrieb, voller „Beschnittener“) dann ist es Hass und der Versuch, Hass zu schüren.Es sind die alten Karikaturen vom Juden, der an allem schuld ist.

      Ich werde auch in Zukunft alle Kommmentare dieser Art auf meinem Blog unterbinden. Wem es nicht passt, der möge weitergehen.

  6. Ni tanto, ni tán poco.

    Beides ist richtig aus meiner Sicht: Ich muss nicht jeden Kram stehen lassen, den ich nicht selbst vertreten kann. Andererseits muss ich aber auch nicht jeden Kram selbst vertreten, um ihn stehenlassen zu können … ist das verständlich ausgedrückt?

    Im Uhupardo gibt es eine Menge Kommentare, die ich keinesfalls unterscheiben würde (sogar viele, zu denen ich nicht einmal Stellung bezogen habe). Muss ich aber auch nicht, der Name des Autors steht klar dran.

  7. „…Muss ich aber auch nicht, der Name des Autors steht klar dran.“

    Ich bin der Auffassung, dass der Blogbetreiber juristisch für die Beiträge verantwortlich ist. Ist diese Auffassung denn falsch?

  8. Das ist richtig, aber was heisst denn das?
    Ich darf keinen Mordaufruf stehen lassen, weil das juristisch belangbar ist. Aber ob ich lösche, wenn jemand das jüdische Establishment, Josef Ackermann oder Micky Mouse für den Weltfrieden verantwortlich macht, suche ich mir selbst aus, denn das ist eine Meinungsäusserung. Da es nicht meine Meinungsäusserung ist und der Verfasser klar dran steht (und über IP belangbar ist), bleibt es stehen.

    • Mickey ist eine fiktive Figur. Gegen sie kann nicht gehetzt werden. Wenn ein Einziger Ackermann für den Weltfrieden verantwortlich macht, ist das eine Sache. Wenn es jedoch in einem Klima geschieht, wo ganze Massen die Guillotine fordern, muss ich mir überlegen, ob ich zur Verbreitung dieser Parole beitragen will. Das ist meine Entscheidung und Mitverantwortung. Das „jüdische Establishment“, anders als Mickey Mouse, wurde bereits in den 30gern des letzten Jahrhunderts für alles und jedes verantwortlich gemacht, mit den bekannten Folgen, für reale Menschen. Da diese Vorurteile immernoch salonfähig sind (nicht nur in Deutschland), bin ich eher vorsichtig, gerade in einem Klima der allgemeinen Volksverunsicherung. Die Leute brauchen Sündenböcke. Wenn die Griechen und die Spanier nicht mehr reichen, wird weitergesucht. Wenn Ackermann nicht zu fassen ist, tut es auch
      der arme Tropf hinterm Schalter oder Bloomberg-Bildschirm. Genau da steckt mein Dilemma.

      Was die Belangbarkeit betrifft – ich bin kein Jurist – glaube ich, dass der Inhaber der Webseite oder des Blogs nach deutschem Recht sehr wohl belangbar ist.

  9. Schwierige Kiste! Ich bin noch nicht lange genug dabei um hier für ein klares ja oder nein plädieren zu können. Grundsätzlich tendiere ich persönlich aber zu einer ‚großzügigeren‘ Auslegung. Bloggen bedeutet schließlich Austausch, und der ist nur mit einer gewissen Offenheit zu haben. Ich bin jetzt, nach dem ich Deinen Artikel und die Kommentare gelesen habe, gespannt, wie lange ich diese Haltung auf meinem eigenen Blog durchhalten kann. Sollten Grenzen überschritten werden, muss gehandelt werden. Klarer Fall!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: