wildezeiten

Über die neue Umverteilung

Warren Buffets Nachfolger über Investition in Gold: Das ist für Unzivilisierte..


Langjähriger Investment Guru und Fondsmanager von Birkshire Hathaway, Warren Buffet braucht einen Nachfolger. Den hat er in seinem Vize, Charlie Munger gefunden. Charlie Munger wird bald die Verantwortung für den berühmntesten Fond übernehmen, und das im zarten Alter von 88 Jahren. In einem Interview von CNBC wurde er gebeten, über eine Investmentthese eines Kollegen-Rivalen, David Einhorn, Manager von Greenlight Capital, Stellung zu nehmen.
Einhorn hatte in einer Kolumne der Huffington Post in verständlichen Worten dargelegt, weshalb er zur Zeit eine Investition in Gold für vernünfig hält. Hier seine These, dargelegt mithilfe von Marge und Homer Simpson.

Charlie Munger, nicht gerade für Humanität und Empathie bekannt, dafür aber für so manche Blüten, so z.B.

„Thank God the US opted for bailouts and not handouts…People in economic distress should suck it up and cope.“
Übersetzt etwa:

„Gott sei dank hat die USA Banken gestützt, und nicht Leute. Leute in wirtschaftlicher Not sollten es einfach runterschlucken und damit zurecht kommen.“

Die Spanische Regierung tut gerades das, Banken retten auf Kosten der armen Sucker, pardon Schlucker,wie hier in einem Artikel von Uhupardo berichtet.Er mag also keine armen Leute, die sind selber schuld, ganz weiß-puritanisch, wenn wir schon bei Klischees sind.

Ebensowenig mag er offenbar Juden, wie er in kürzlich in einem Interview bei CNBC zu erkennen gab, hier, ab der 8. Minute:

„Ich glaube Gold ist eine tolle Sache für eine jüdische Familie im Wien von 1931, um sich in die Kleider einzunähen. Ich denke, zivilisierte Leute kaufen kein Gold – sie investieren in produktive Unternehmen.“

Alles unzivilisierte Leute (auch Plebs genannt), diese Goldkäufer, die nicht mehr an die Zentralbanken glauben. Dazu gehören auch viele Deutsche, die aus Furcht vor weimarer Inflation im Wert von Millionen Gold unter ihre Matrazen und Tresore gesteckt haben.

Übrigens, Charlie, waren es nicht Goldbarren, die sich jüdische Flüchtlinge in die Unterwäsche nähten, sondern Diamanten. Diamanten haben mehr Wert pro Gramm, sehr wichtig, wenn man alles zurücklassen muss und um sein Leben rennt. Ob Charlie ein Tagebuch in Frakturschrift führt? In welcher Schrift auch immer, von Not wird wohl nicht viel in diesem Tagebuch stehen, sonst wäre er wohl nicht so alt geworden, ohne einen Funken Mitgefühl entwickelt zu haben.

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10 Gedanken zu „Warren Buffets Nachfolger über Investition in Gold: Das ist für Unzivilisierte..

  1. „…Übrigens, Charlie, waren es nicht Goldbarren, die sich jüdische Flüchtlinge in die Unterwäsche nähten, sondern Diamanten. Diamanten haben mehr Wert pro Gramm, sehr wichtig, wenn man alles zurücklassen muss und um sein Leben rennt…“

    Ich fürchte, die meisten Juden rannten OHNE Diamanten in den Klamotten um ihr Leben!

    Dies Beispiel mag für Klugheit, Vorsorge und Witz stehen, auch in größter Not den ökonomischen Pragmatismus nicht zu verlieren. So isoliert für sich stehend, banalisiert es aber für meinen Geschmack den Holocaust zu sehr, findest Du nicht?

  2. Banalisierung ist das letzte, was ich erreichen will. Wenn das so rüberkommt, ist mein Artikel schlecht geschrieben. Was mich so empört, ist die Ignoranz und der schleimige Antisemitismus in diesem Interview. Hast Du das angeklickt? Was hälst Du davon?

    • Ich habe mir gerade die erste Hälfte des Interviews angehört und hatte zunächst Probleme mich in die monotone, dieBetonung nivellierende, die Endungen verschluckende Aussprache dieses alten Herrn zu gewöhnen. Wo, aus welcher Ecke der USA, kommt einer her, der so spricht?

      Ich finde er verhält sich taktisch wie ein Hedgefond-Manager: Er sagt nicht viel (das lässt ihn weise erscheinen), weiss alles besser, macht alles anders (Legt euer Geld bei mir an, Leute, denn ich weiss wie es geht!).

      Ich muss gestehen, eine Offenbarung war es für mich nicht, obwohl ich sicher nicht jedes Wort seines Gebrabbels verstanden habe…

      Bezüglich des schleimigen Antisemitismus, abgesehen von der von Dir bereits zitierten Stellen, ist mir in den ersten 14 Minuten nichts aufgefallen. Gib‘ doch bitte mal ein Beispiel…

  3. Almabu, dieses Zitat, das Millionen Flüchtlinge verhöhnt, ist völlig ausreichend, um als Antisemit zu qualifizieren. Es wird nicht „schlimmer“, wenn er das noch wiederholt. Übrigens hat er sich damit ins eigene Knie geschossen, wie man mittlerweile in der amerikanischen Blogosphäre lesen kann. Auch das andere Zitat, das praktisch alle verhöhnt, die unter der von Banken hervorgerufenen Krise zu leiden haben, d.h. Du und ich, qualifiziert ihn für die Nominierung zum „Schmock der Woche“. Und vergiß nicht, der Mann redet nicht nur, er dirigiert bald Birkshire Hathaway, ein Schwergewicht unter den Fonds.

    • Stimmt natürlich! Habe mir heute trotz gewisser Verständnisprobleme den Rest des Interviews angehört und mich so etwas besser in seine Sprache hineingehört.

      Gegen Ende lästert er gegen den kranken Finanzmarkt, dem er selbst angehört. Ich kann es nicht fassen, dass man diesem Mann in seinem Alter Verantwortung für riesige Vermögen anvertraut! Er wirkt doch schon etwas … gealtert, um es vorsichtig auszudrücken. Das soll keine Diskriminierung sein und der Alterungsprozess verläuft individuell verschieden schnell, aber mit 88 hat man seine besten Jahre hinter sich, das ist wohl Fakt?

      Wie ich schon sagte, spielt er die Rolle des alternativ agierenden Besserwissers, der um Anlagegelder buhlt;-))

  4. Danke, dass Du Dir das Interview angetan hast! Der Hintergrund seiner Bemerkung ist einem einseitigen „pissing contest“ , der sich gegen David Einhorn richtet. Einhorns Artikel über Gold (siehe mein Link im Artikel) ist sehr lesenswert! Man vergleiche die Performance von Birkshire mit der von Gold, dann wird die eigentliche Motivation für Charlies Geätze klar. Ach, ja, und ganz aktuell: Bye Bye JP Morgan!

  5. Das Interview ist tatsächlich bemerkenswert.

    Gracias für die Verlinkung – allerdings führt der Link (bisher) nicht zum Uhupardo-Artikel. 😉

  6. OOps, das war ein Versehen. Der Link ist hoofentlich nun beigefügt. Das kommt davon, wenn man niemanden zum Korrekturlesen hat.;-)

  7. hoffentlich, meine ich, nicht hoofentlich. Ich sollte mir endlich eine größere Tastatur gönnen, so eine für Hufe.

  8. Muchas gracias. Über die Hufe habe ich laut lachen müssen (dürfen). 😉

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